Million Dollar Baby - 24. Januar


 

Schicksalsgemeinschaft: Maggie (Hilary Swank) und Frankie (Clint Eastwood)
Foto: Warner Bros.

 

Million Dollar Baby

Die Kellnerin Maggie aus Missouri (Hilary Swank) will boxen und blitzt beim alten, abgeklärten Boxtrainer Frankie Dunn (Clint Eastwood) zunächst einmal ab. Doch schließlich erkennt er ihr Talent und übernimmt die Aufgabe, sie an große Kämpfe heranzuführen, unter der Voraussetzung, dass sie sich dann einen anderen Betreuer sucht... So weit, so gut, so Rocky.

Hinter jedem guten Sportfilm steckt eine tiefere Geschichte, Sport ist eine Metapher (und Übung) fürs Leben. Dietrich Hallervorden kämpft als einsamer Marathonläufer für die Würde der Senioren, die Rugby-Spieler in „Invictus“ für eine südafrikanische Identität. Hilary Swinton muss in diesem Film zwei sehr unterschiedliche Kämpfe bestehen, und bei beiden hilft ihr der alte Trainer.

„Million Dollar Baby“ ist eine moderne Tragödie, in der das eigentliche Ringen erst beginnt, nachdem der Kampf im Ring zu Ende ist. Eastwood vertritt in diesem Film eine Position, die im „sozialen Amerika“ von Barak Obama als die des konservativen Außenseiters galt, und in Trumps Amerika wieder etwas gesellschaftsfähiger werden dürfte. Und auch in Deutschland ist dieser Film von 2004 aktueller denn je.

„Million Dollar Baby“ ist ein spannendes Drama, das eine unvermutete Wendung nimmt. Es ist Eastwoods politischster, bester und glaubwürdigster Film. Er räumte einige Dutzend Preise ab, darunter vier Oscars – bester Film, beste Hauptdarstellerin, bester Nebendarsteller (Morgan Freeman) und beste Filmmusik, die Eastwood selber komponiert hat. Dazu war der Film für weitere drei Oscars nominiert, darunter bester Hauptdarsteller (Eastwood). Bei den „Globes“ bekam Eastwood den Preis für den besten Hauptdarsteller. Also reichlich Lob. Einerseits.

Andererseits gab es wütenden Protest. Die Kritik für sein Werk prasselte von links und rechts gleichermaßen auf den Meister ein. Und das, obwohl Eastwood, der selbst als unterprivilegiertes Kind (acht Schulen, kein Abschluss) startete, nur den Amerikanischen Traum abbildet: Das Recht auf Freiheit und die Pflicht zur Verantwortung für sich selbst. Und für andere, auch wenn’s schwer fällt.
 


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